Team McFly

Unfreiwillige Nachtschicht

Wenn ich so auf die vergangenen 36 Stunden zurück blicke, haben wir viel zu erzählen. Wir hatten in manchen Situationen echt Glück, Anderes ist dagegen denkbar ungünstig gelaufen.
Die Nacht in Vilhelmina war sehr erholsam. Schon sehr früh sind wir aufgestanden und waren auch ziemlich die Ersten beim Frühstück. Wir hatten uns überlegt, das Event auf dem Eistrack ausfallen zu lassen um so die Nachmittagsfähre auf die Lofoten pünktlich zu erreichen. Auf Eis gedriftet sind wir schließlich in den letzten Tagen schon genug.

Um ganz sicher zu gehen, haben wir uns für die Route über Mo i Rana entschieden. De nördlichere Route hatte ich vom Sommer BSC 2016 noch gut in Erinnerung und bei den zu erwartenden Streckenverhältnissen erschien sie mir zu gefährlich.

Was nun genau dazu führte, dass wir die Fähre um 16:30 nicht schaffen sollten, lässt sich schwer sagen. Wahrscheinlich war es die Summe der unglücklichen Umstände.

Zunächst sah alles ganz gut aus. Aber dann verschlechterten sich die Straßenbedingungen stetig so das wir schon bald auf einer Schicht aus puren Eis unterwegs waren. Erst wurden wir durch einen quer stehenden LKW blockiert, dann rutschten wir bei einer Pause selbst in einen aufgeschobenen Schneehaufen. Zum Glück haben wir uns dabei nichts krumm gefahren. Dann kamen wir in Norwegen auf einem Pass am Polarkreis in einen Schneesturm. Der sollte noch so übel werden, dass nachfolgende Teams dort warten mussten um schließlich im Konvoi über den Pass geleitet zu werden. Als wir schließlich Bodø erreichten, war die Fähre schon eine halbe Stunde weg. Die Nächste sollte erst um 2 Uhr in der Nacht gehen, neun Stunden Wartezeit, die unter Anderem fürs Essen genutzt haben. Ein gemütlicher Abend, der dann mit der nächsten schlechten Nachricht Endete, denn um 22 Uhr wurde die 2 Uhr Fähre wegen der schweren Bedingungen auf See abgesagt. Da sich so spät auf die Schnelle keine Unterkunft mehr auftreiben ließ, fuhren wir kurzentschlossen weiter Richtung Norden.

Der Weg nach Narvik in der Nacht gestaltete sich durch immer wieder abwechselnde Regen- und Schneeschauer sehr schwierig. Zudem machte einsetzendes Tauwetter die ganze Angelegenheit nicht einfacher. Wir fuhren die Nacht durch, machten nur eine zweistündige Pause als es auf der Straße einfach zu anstrengend wurde. Erst mit Tagesanbruch besserte sich das Wetter etwas und wir konnten etwas mehr Fahrt aufnehmen. Schließlich trafen wir Mittags die Entscheidung eine Unterkunft zu suchen. Die Fanden wir auch etwa hundert Kilometer vor Tromsø, etwas abseits der Hauptstraße im Film Camp Hotell 1. Die Unterkunft wäre schon einen eigenen Beitrag wert.

Ach, das Highlight des Tages war dann noch Mittags die Verkehrskontrolle, bei der mir der norwegische Sheriff wortlos das Röhrchen zum Pusten hin hielt. Das Ergebnis (0.00) zeigte er mir mit einem trockenen „ good“. Ich antwortete ebenso trocken „Natürlich, don’t drink and drive.“ Als ob ich mich bei den Straßenbedingungen, bei dem Wetter und besonders bei den Alkoholpreisen in diesem Land Mittags berauscht hinters Steuer setze. Die Norweger haben echt einen merkwürdigen Humor 😉

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