Team McFly

Tag 13, Straflager

Die Party war toll, die Nacht um so kürzer. Müde setzen wir uns wieder in Bewegung. Zunächst zurück Richtung Tallinn. Wir suchen nach einem alten Straflager aus der Sowjetzeit. Das Roadbook gibt uns dazu nur einen groben Hinweis und unser Reiseführer weiß nur über ein Gefängnis in Tallinn zu berichten, allerdings weicht die Positionsangabe deutlich von unserem Roadbook ab. So fahren wir erstmal drauf los, fragen uns durch und finden schließlich unser Ziel. Am ehemaligen Haupteingang warnen uns Schilder. Der Zugang ist streng verboten und sei zudem lebensgefährlich. Wir umfahren das Gelände und finden andere Teams, die bereits durch eine Lücke in der Mauer steigen. Auch Einheimische bahnen sich ihren Weg auf das Gelände oder kommen gerade von dort.

Hinter der Mauer ist nur ein hoher Berg mit von jahrelanger Erosion ausgewaschenen Berghängen zu sehen. Als wir das Gelände betreten, wird uns klar warum dieser Ort auch bei den Einheimischen so beliebt ist. Am Fuß des Berges lag ein See mit kristallklarem Wasser. Die schroffen, steilen Bergflanken gingen in sanft abfallende Hänge über und bildeten schließlich einen wunderbaren Strand. Innerhalb des Areals fanden sich auch die Ruinen der alten Gebäude und bildeten eine ganz besondere Kulisse für diesen Ort. Ein Ort, den wir ohne dem Baltic Sea Circle nie gefunden hätten und der wohl auch in kaum einem Reiseführer zu finden ist.

Leider bleibt uns nicht viel Zeit und wir müssen uns schon bald wieder auf den Weg machen, der uns nach Süden auf einen Campingplatz nach Lettland führte. Hier bei Riga verbrachte früher die reichen Russen ihren Sommerurlaub. Der starke russische Einfluss ist hier auch heute noch zu spüren und scheint sich in der Mentalität der Menschen widerzuspiegeln. Der Campingplatz war (freundlich ausgedrückt) eine Frechheit. Auf dem Gelände einer Wohnanlage fanden sich Stellplätze auf ungeschnittener, wilder Wiese. Stromanschlüsse (wir hatten für einen extra bezahlt) waren nur sehr sporadisch zu finden und dann meist schon belegt. Die Toiletten fanden sich in einem Container. Es gab für Frauen und Männer je eine Toilette und eine Dusche. Für den ganzen Platz! Und die Krönung war die heruntergekommene Ruine, die bestenfalls als Fotomotiv für einen Lostplace geeignet war. Der Verkehrslärm der naheliegenden Straße war da noch das geringste Übel. Na ja, immerhin war der Strand sehr nah. Wir verzichteten allerdings auf einen Besuch.

Der Weg zum See war abenteuerlich.

Der Weg zum See war abenteuerlich.

Eine beeindruckende Landschaft.

Eine beeindruckende Landschaft.

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Die Ruinen des alten Straflagers hatten ihren eigenen Reiz.

Auf dem Weg nach Lettland sahen wir unglaublich viele Störche.

Auf dem Weg nach Lettland sahen wir unglaublich viele Störche.

Die malerische Kulisse unseres Campingplatzes in Lettland.

Die malerische Kulisse unseres Campingplatzes in Lettland.

 

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