Team McFly

Nordkap und die Tücken der Kälte

Das es am Nordkap kalt wird war uns klar. Das es in Finnland deutlich kälter werden würde war uns nicht wirklich bewusst. Und hätten wir geahnt was noch so auf uns zu kommt, wären wir an diesem Tag lieber im Bett geblieben. Das wir uns erst heute im Blog zurückmelden lag schlicht daran dass wir früher keine Zeit gefunden haben.

Am Samstag machten wir uns morgens gut gelaunt auf zum Nordkap. Hier sollten wir den Großteil der restlichen Teams wiedertreffen. Denn im Winter kann man die Straße zum Nordkap nicht einfach so befahren. Es sind nur Fahrten in Konvois erlaubt, bei denen ein Schneepflug vorweg fährt. Einige davon sind den Bussen der Kreuzfahrtschiffe vorbehalten, so dass wir für diesen Tag einen festen Termin um 9:00 Uhr hatten.
Am Nordkap angekommen, mussten wir das Seitenfenster öffnen um den üblichen Eintritt und die Parkgebühr zu bezahlen. Danach ging das Fenster einfach nicht mehr nach oben. Der Motor vom Fensterheber hat sich in der denkbar ungünstigsten Situation verabschiedet. Minus 8 Grad Außentemperatur und eine nur begrenzte Aufenthaltszeit (unser Konvoi für den Rückweg sollte um 12:30 starten) in der wir das Fenster wieder irgendwie zu bekommen mussten. Wir zerlegten also die Türverkleidung und die meisten Sachen, die in der Tür verbaut waren um das Fenster auszuhängen und von Hand nach oben zu schieben, wo wir es schließlich mit Klebeband und Pappe in seiner Position fixierten. Zwischendurch noch schnelle Bilder vom Auto an der berühmten Kugel machen und schon ging es wieder los. Das heutige Ziel sollte Ivalo in Finnland sein.

Die letzten Meter zum Nordkap

Geschafft! Das Nordkap ist im Winter bezwungen

An die Fahrt auf den schneebedeckten und vereisten Straßen hatten wir uns ja bereits gewöhnt und so ging es recht zügig Richtung Süden. Die atemberaubende Landschaft lässt sich nicht beschreiben. Erst als wir die Grenze nach Finnland überschritten wichen die malerischen Berglandschaften den monotonen Wäldern Finnlands.

Unterwegs immer wieder mal einen Moment fürs Foto finden

Die tief stehende Sonne machte das Fahren recht anstrengend und der Schnee, der das Licht reflektierte, machte es nicht einfacher. Mit der Zeit wurde es im Wagen immer kälter. Die ohnehin nur sehr schlechte Heizung unseres Jeeps hatte schwer mit den sinkenden Außentemperaturen zu kämpfen. Irgendwann am Abend entschieden wir uns bei -32 Grad Außentemperatur eine Pause einzulegen und einen Happen essen zu gehen. Das war ein wirklich großer Fehler. Denn als wir eine halbe Stunde später weiter fuhren hatte sich die Heizung komplett verabschiedet und die Motortemperatur stieg heftigst an, so das der Motor schließlich kochte. Glücklicherweise kam das Team 80 (Bällebad24.de) gerade vorbei und bot uns an uns die letzten 60 km bis zu unserem Hotel zu schleppen. Dafür noch einmal ein Riesen Dankeschön! Bei Tempo 50 in 1,5 Metern Abstand ohne Heizung bei -30 Grad 60 Kilometer hinter einem Defender hinterher zu rutschen war schon eine Extremerfahrung. Besonders als es galt Rentieren auf der Straße auszuweichen.

Schließlich erreichten wir das Hotel und gönnten uns zum Auftauen eine lange Dusche freuten uns auf das warme Bett. Am Morgen ging es dann darum den Jeep bei immer noch -27 Grad wieder flott zu bekommen. Team 17 hat extra einen Umweg gemacht um uns zu helfen. Mit Föhn und 4 Litern finnischem Frostschutz versuchten wir den Wagen wieder flott zu bekommen. Erschwerend hinzu kam, dass die Batterie durch das lange Abschleppen (wir brauchten dabei ja Licht und Warnblinker) total leer war. Schließlich riefen wir den ADAC an der uns Hilfe schickte. Wir konnten schließlich das Auto in einer Garage auftauen und Mittags unsere Reise fortsetzen. Ein besonderes Dankeschön noch einmal an Team 17 für die Starthilfe. Und ein ganz besonders Dankeschön an meine Werkstatt daheim, die ich ausdrücklich darum gebeten hatte den Frostschutz zu überprüfen mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass wir im Winter nach Finnland fahren!

Reichlich mitgenommen und mit finnischem Kälteschutz versehen

Immerhin hatten in dieser Nacht wohl eine Menge Teams technische Schwierigkeiten. Was wohl zeigt, wie krass die Bedingungen hier oben im Winter sind.

Mittags, endlich wieder auf der Straße, entschieden wir uns auf direktem Weg nach Helsinki zu fahren. Unendlich lange Straßen rechts und links nur Wälder und wenig Abwechslung. Finnland zieht sich.

In Helsinki suchten wir uns online ein Hotel in der Innenstadt für zwei Nächte, denn wir liegen nun recht komfortabl im Zeitplan. Blöderweise erwischten wir ein Hotel mit sechs Parkplätzen für 100 Zimmer. So stehen wir nun für 3,50 Euro die halbe Stunde in einer gigantischen Tiefgarage unter der Stadt. Draußen an der Straße kostet die Stunde vier Euro, aber man darf nur zwei Stunden dort stehen.
Morgen geht es nach Estland. Estland habe ich recht positiv in Erinnerung. Lassen wir uns überraschen.

Einfach riesig ist die Tiefgarage in Helsinki, aber auch ebenso teuer

PS: kleiner Nachtrag, auch die Finnen haben uns angehalten und auch die Finnen ließen mich pusten. Seh ich eigentlich wie ein Säufer aus?

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