Team McFly

Die Nacht der langen Messer…

…das war der Spitzname einer Etappe der Rallye Monte Carlo über den Col de Turini. So hätte man aber auch die vergangene Nacht in Mittelschweden nennen können.

Aber der Reihe nach. Der Start in Hamburg verlief relativ zügig und so hatten wir ausreichend Gelegenheit eine Unterkunft in Südschweden zu organisieren. Erst aus dem Roadbook, dass wir beim Start ausgehändigt bekommen haben, wussten wir wohin uns die erste Etappe führe wird. Der Ort war mir bereits von der Rallye 2016 bekannt. Ales stenar, bei Ystad. Ich war erleichtert, als ich hörte, dass das „Ritual“ an die kalten Wintermonate angepasst wurde. Da wir Ales stenar erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichten. Die Aufgabe (ein recht harmloses Ritual am Steinkreis) haben wir bei eisigem Wind, umgeben von totaler Dunkelheit vollzogen. Ein Vorgeschmack auf das Nordkap?

Die Nacht verbrachten wir in einem gemütlichem Bed and Breakfast, so dass wir ausgeruht an das nächste Tagesziel gehen konnten. Den alten ABBA Tourbus in einem Wald in Schweden ausfindig machen. Eine Aufgabe, die ich noch nicht kannte und die uns zu einem magischen Ort führen sollte. Zu einem wirklich alten Schrottplatz im Wald mit wirklich vielen alten Schrottfahrzeugen.

Dutzende alte Autos rosten vor sich hin

War da wirklich ABBA mit unterwegs?

Wirklich spontan entschieden wir uns die Nacht durchzufahren. Eine mutige Entscheidung, bei der wir das Wetter außer Betracht ließen. Was die Nacht nun wirklich zu einer „Nacht der langen Messer machte, waren verschiedene Umstände. Als erstes viel uns bei Einbruch der Dunkelheit ein Problem an den Fernscheinwerfern unseres Autos auf. Beim Aufblenden kann es nämlich passieren, dass sich die Beleuchtung nach einigen Momenten komplett ausschaltet und man mit 90 km/h auf einer kurvigen schwedischen Landstraße ohne Licht unterwegs war. Eine sehr bewegende Erfahrung.

Das man mit jedem Kilometer in Richtung Norden sich auch einer anderen Klimazone näherten, stellte wir an den immer öfter vereisten Straßen fest. Vereist bedeutet hier teils Zentimeter dicke Eisschichten. So wurde die Nacht zu einer anstrengenden Tortour, die wir auch mit Fahrerwechseln nicht vereinfachen konnten. Immerhin konnten wir uns einen kleinen Vorsprung raus fahren, vielleicht schaffen wir morgen die Nachmittagsfähre auf die Lofoten. Mit etwas Glück haben wir dann mehr Gelegenheit zum Fotografieren. Das kommt im Moment leider etwas zu kurz.

Während ich hier im warmen Hotelzimmer in Vilhelmina endlich dazu komme einen Beitrag zusammenzustellen, erreichen mich noch Meldungen von Teams die noch unterwegs hierher sind. Ich schaue auf die Uhr und bin dankbar gleich in mein warmes Bett zu gehen. Der Winter Baltic Sea Circle ist doch eine Nummer härter.

Spiegelglatte Straßen